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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Zurück zur Normalität

10. Juni 2012 : | Geschrieben von

Mittwoch letzter Woche sind wir also „evakuiert“ worden. Ich war nicht wirklich scharf darauf ausgesiedelt zu werden, denn ich mag unser Häusle und alles einfach zu gerne, aber wir hockten schon aufeinander rum, das Essen wurde knapp und arbeiten konnten wir auch nicht. Wir bekamen ja relativ wenig mit, auch wenn wir irgendwie mittendrin waren. In unserer Gegend war es ruhig, bis auf eine kleine Straßensperre schien alles in Ordnung.

Für zwei Nächte waren wir also im fancy suburb untergebracht. Freitagabends nach Feierabend konnten wir wieder ins Häusle zurück. Für uns ging die Welt dann wieder ihren normalen Weg.

Und auf den Straßen der Location begann dann das große Aufräumen. Verbrannte Autoreifen, all das Holz, was zum Verfeuern angesammelt wurde und Steine, die zum Blockieren der Straßen angeschleppt worden waren, alles wurde weggeräumt. Die Straßen sind noch immer stumme Zeugen: Schwarz vom Feuer sind sie nun.

In den letzten fünf Tagen konnte man, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, sehen, dass die Bautätigkeiten an den Häusern wieder aufgenommen wurden: Vans fuhren in die Gebiete, in denen die Häuser halbfertig stehen und Gruppen von Menschen besichtigten alles. Scheinbar wurde geplant und inspiziert. Stromleitungen wurden repariert und Wasserleitungen gelegt.

Von Donnerstag bis heute morgen hatten wir schlimme Regenfälle, eigentlich kann man das locker Unwetter nennen, da die Regenfälle massiv waren, und der Wind tobte. Auch wenn unser Häusle zu den besten des Townships gehört, hatten wir Probleme.  Unser Hof war überschwemmt und das Haus zu verlassen machte einfach keinen Spaß. Es mussten Straßen in PE gesperrt werden, auch in den guten Gegenden der Stadt gab es Überflutungen.

Da ich nun seit einigen Wochen schon die Häuser unserer Patenkinder besuche und somit in Teile des Townships komme, die alles andere als toll sind, bekomme ich einen immer besseren Eindruck von dem Leben, das viele Menschen hier führen müssen. Natürlich war ich genervt von den Schäden, die der Regen und der Wind in unserem Haus verursachten, doch gleichtzeitig wußte ich, dass ich zuletzt in ein trockenes Bett schlüpfen kann und der Wind mir nicht innerhalb unserer vier Wände um die Nase weht. Oft fuhren Feuerwehrwagen an unserer Straße vorbei, hoch in Richtung Federation zum Beispiel, ein Teil der Location, in dem vorwiegend Wellblechhütten stehen. Dort gibt es keine befestigten Straßen, der Regen steht in Seen auf den Wegen und es ist unmöglich, mit trockenen Füßen von A nach B zukommen. Die Versorgung mit Strom und fließendem Wasser ist ungenügend. Einen Wasseranschluss im Haus zu haben, davon kann man träumen – Wasser holt man sich in großen Eimern vom einem der Wasserhähne, die an Straßenecken installiert sind. Strom teilen sich mehrere Nachbarn, indem Stromleitungen von Haus zu Haus gelegt werden. Über die Straße. Wenn dann auf einmal diese Pfützen entstehen..Gefährlich ist das! Die Stromkabel bekommen Rissen, weil täglich keine Ahnung wie viele Menschen darüber laufen.. Wellblechhütte bedeutet kein Schutz vor Kälte. Die Toiletten, die draußen im Garten in einem kleinen Häuschen untergebracht sind, laufen über, sobald die Abwasserkanäle überfordert sind.

Federation ist eine der Gegenden, in denen sich die Proteste formierten und starteten.

Such den Elektriker!

Such den Elektriker!

Rauhe Romantik - Federation zum Sonnenuntergang

Rauhe Romantik - Federation zum Sonnenuntergang


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Ein Kommentar zu “Zurück zur Normalität”

  1. Udo Köhler schrieb am 20. Juni 2012 um 15:44 Uhr:

    Hey Danni,
    heute mal wieder einen Kommentar. Sicherlich ist es sehr unmenschlich, wie die meisten Bewohner „hausen“ müssen. Der Staat, respektive die Stadtverwaltung ist an dieser Misere federführend. Die rauhe Romantik, wie sie sich auf dem unteren Bild darstellt ist leider nicht so schön. Ich hoffe, es kommt nicht ZU nah an dich dran, jedoch befürchte ich, dass genau das stattfindet in deinem süßen Köpfchen, da du mittendrin bist.
    Ich drück dich mal ganz lieb. Übrigens: Der Elektriker sieht eher nach Fensterputzer aus! 😉 grins
    VLG aus Germany
    Dein Onkelchen


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