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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Vorbereitet und Motiviert!

6. September 2011 : | Geschrieben von

Das Vorbereitungsseminar war eine spannende Angelegenheit!

Bad Breisig am Rhein

Bad Breisig am Rhein


Auf dem Weg nach Bad Breisig, ein nettes Dörfelein am Rhein gelegen, war ich neugierig und gespannt darauf, was die nächsten neun Tage passieren wird, wie ich mich fühlen werde und was ich alles Neues erfahren werde. Immerhin war klar, dass uns das Seminar auf unseren Aufenthalt vorbereiten soll.

Am Bahnhof mit dem Zug angekommen, begegnete ich schon am Bahngleis meinem Kollegen. Er wird zusammen mit mir und zwei weiteren in Port Elisabeth bei Masifunde arbeiten und wir werden zusammen wohnen. Bald sammelten wir noch Jemanden auf. Zusammen erklommen wir den „kleinen Berg“ und latschen uns unterhaltend durch den Wald, wo wir schließlich auch fündig wurden: Die Jugendherberge! Viele waren bereits angekommen und saßen schon an der Lagerfeuerstelle zusammen. Schnell hatten wir unsere Zimmerschlüssel – für die nächsten neun Tage teilte man sich zu dritt ein echt schmuckes, heimeliges Zimmer.

Um 15 Uhr war dann Zusammenkunft im Seminarraum und langsam starteten wir. Zu Beginn wurde der Rahmen abgesteckt: Handy lautlos, bitte pünktlich sein, genauso aber auch freundlich zueinander, damit wir gut zusammen arbeiten können. Eine Vorstellungsrunde wurde nicht ausgelassen.
Es war klasse zu sehen, dass es so tolle motivierte Menschen gibt, bereit ein Jahr lang die eigene Arbeitskraft, eigene Ideen und sich selbst in ein Projekt einzubringen, dass die Arbeit von Nicht-Regierungs-Organisationen unterstützt.

Insgesamt waren die neun Tage informativ: Wir lernten die 17 weiteren Auserkorenen kennen, die aus allen Ecken Deutschlands ausgewählt wurden, um in Südafrika in verschiedenen Projekten ein Praktikum machen zu können. Aber wir erfuhren auch einiges über Südafrika, unser Gastland – Fakten, Umstände, Geschichte, Soziales und Kulturelles.
Genauso, und das lag uns allen sehr am Herzen, sprachen und erfuhren wir vieles über organisatorische Dinge. Sachen, wie Visumsunterlagen und Gedöns konnten wir während des Seminares endlich erledigen und abhaken, und wir bekamen die Möglichkeit, mit einer unabhängigen Versicherungsmaklerin über u.a. Reisegepäck-Versicherungen und den Umgang mit unserer heimischen Krankenversicherung zu reden. Eine Dame von der AIDS-Initiative kam zu uns. Hier gab es nochmal eine Rundum-Auffrischung zum Thema HIV/AIDS, Daten und Fakten, sowie einiges zum Umgang mit der Krankheit, dem Ansteckungsweg und dem Schutz davor. Eine wichtige Geschichte, würde jetzt jede Krankenschwester bestätigen.

Bad Breisig war ein Erlebnis, nicht zuletzt ein Erlebnis mit sich selbst!

Der durchschnittliche Tagesablauf bestand aus 7 Stunden Seminar und einer 2-stündigen Mittagspause. Zum Frühstück waren wir ab 8 Uhr geladen, das Seminar gegann dann eine Stunde später und endete um 18 Uhr. Manche Abenden waren frei und an anderen wurden Filme über Südafrika geschaut. Weiter bekamen wir für ein paar Abende besuch von Alumnis: Alle sind aus Südafrika zurück gekehrt und konnten uns ihre Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen erzählen. Das fand ich sehr spannend. Besonders Katrin, sie ist vor zwei Monaten aus Port Elisabeth zurück gekehrt und konnte uns Masifundlern über unser Praktikantenhaus, das Walmer Township und unsere künftige Arbeit erzählen.
Wirklich alle Informationen konnte ich mir leider nicht bahlten. Vielleicht ist das aber auch nicht das Schlimmste: Während des ganzen Seminares erinnerten uns die Semiarleiter immer wieder daran, unser Bild von Südafrika flexibel zu halten, uns nicht zu sehr auf die erhaltenen Infos zu versteifen. Dies sei wichtig, damit wir uns unser eigenes Bild machen können, damit wir fähig sind, uns auf alles einzulassen.

Die Tagesplanung war voll von Gruppenarbeiten, Dialog Walks – meist zu weit – und ab und an machten wir Ausflüge in die Natur. Die Gegend in und um Bad Breisig ist eine schöne. Der Rhein und die Berge mit alten Burgen und Schlössern sind malerisch – eine feine Abwechslung zu Hochhaus und U-Bahn.

Die Gruppenarbeiten und Rollenspiele, sowie die Dialog-Walks führten wir unter verschiedenen Aufgabenstellungen durch. (Sollte jetzt die Frage aufkommen: Ein Dialog-Walk wird ein Spaziergang genannt, den man mit Jemanden zusammen macht und dabei eben eine Aufgabenstellung bearbeitet. Reden, reden, reden, aber auch natürlich Zuhören.)
Selbstreflektion wurde unser treuer Begleiter. Die eigenen Beweggründe und die eigene momentane Situation zu benennen war die eine Sache, bei der anderen Sache ging es darum, seine Rolle als Freiwilliger zu verstehen und ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Andere Aufgabenstellungen zielten darauf ab, uns klar zu machen und uns darauf vorzubereiten, dass Probleme und Schwierigkeiten und auch mal schlechte Zeiten in Südafrika auftauchen könnten.
Oft war es unsere Aufgabe, darüber zu sinnieren, welche Perspektiven in das Projekt einfließen, welche Rolle die unsere sein wird, was von uns erwartet wird und was wir leisten können. Wir fanden Lösungen dafür in der Gruppe und kamen sehr rasch dazu, uns selbst und alle Teilnehmer besser kennen zu lernen.

Das sind die Südafrika-Freiwilligen des Jahres 2011


Und nach neun Tagen waren wir eine richtige Gruppe geworden!

Und dies fand in der ganzen Gruppe positives Feedback: War man bisher in seinem Freundes- und Bekanntenkreis die einzige Person, die bald nach Südafrika gehen wird, angefüllt mit Neugier, aber auch Ängsten und unendlichen Fragen darüber, so konnten wir nun in der Gruppe feststellen, dass die anderen 17 Personen im Sitzkreis ähnliche Fragen und Ängste hatten – und vor allem – in der gleichen Situation stecken. So empfanden wir alle zum Schluss nicht mehr nur: „Ich gehe nach Südafrika“, sondern: „Wir gehen nach Südafrika.“ Nun hat jeder aus der Gruppe 17 andere Menschen in diesem Land, die man kontaktieren kann.

Ich freue mich sehr darauf,in Port Elisabeth ein Jahr zu leben und zu arbeiten. Ich freue mich aber auch schon jetzt auf das Zwischenseminar, das vorraussichtlich im Februar stattfinden wird und zu dem die ganze Gruppe wieder zusammentreffen wird. Diesmal in Südafrika und diesmal schon mittendrinne in dem, worauf wir nun vorbereitet wurden: unseren Freiwilligendienst.


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