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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Ukuqhawula: Ein Ritual, dass junge Xhosa zum Mann macht

24. Oktober 2016 : | Geschrieben von

Im Eastern Cape Südafrikas ist die Xhosa Kultur mit der Amtssprache isiXhosa weit verbreitet. Ein wichtiger Bestandteil dieser Kultur ist die Beschneidung angehender Männer.
Nach Abschluss der 12. Klasse gehen Xhosa Jungen „in the bush“; zu einer heiligen Aufnahmezeremonie. Dort werden sie in einem anfänglichen Ritual beschnitten um anschließend drei Wochen in einer Art Camp zu leben. Diese Zeremonie dient dazu die Jungen zu schulen was es heißt ein Mann zu sein. Im Mittelpunkt steht das Bewältigen von Herausforderungen (durch temporäre Entbehrungen) und das Lernen von verantwortungsbewusstem und respektvollem Handeln.
Voraussetzung zur Teilnahme sind zweierlei Rituale. Zum einen die vorangegangene Bekanntmachung mit den Vorfahren im Rahmen eines Rituals bei dem ein Ziegenbock geopfert wird. Hierbei handelt es sich um das sogenannte „Imbeleko“. Zum anderen müssen die drei Aterien, die die Spitze des Penis mit dem Schaft verbinden durchtrennt werden. Dies geschiet in dem „Ukuqhawula ritual“. Die Vorhaut stirbt bei diesem Prozess nicht ab. Beide Rituale können bereits in der frühen Kindheit abgeschlossen werden bis spätestens eine Woche vor der kostspieligen Aufnahmezeremonie selbst.
Bei der Ankunft der Jungen im Camp und nach dem traditinellen Waschen führt ein Heiler die Beschneidung durch. Hierfür wird ein traditioneller Dolch verwendet. Anschließend ruft der Junge “Ndiyindoda“ (Ich bin ein Mann). Dabei wird er eingehend von dem Heiler gemustet. Schmerz darf der Jugne in diesem Moment nicht zeigen. Falls doch kann der Junge von der Aufnahmezeremonie ausgeschlossen werden. Kurz nach der Beschneidung wird die Wunde mit einem speziellen Blatt sowie einem traditionellen Verband geschützt. Ab diesem Zeitpunkt gilt der Junge als Anwärter „Umkhwetha“.
Am ersten Tag werden alle Anwärter erst mit Matsch im Gesicht und auf dem Kopf eingeschmiert und anschließend mit weißem Ton bestrichen, um sie vor Bakterien und Schlangen zu schützen. Waschen dürfen sich die Jungen erst wenn die Wunde vollständig verheilt ist, was rund 10 Tage dauert. Im Camp herrschen strenge Regeln. So darf keine Kleidung getragen werden mit Ausnahme von Laken und die einzige Flüssigkeit, die die Jungen zu sich nehmen dürfen ist ein Schluck Wasser, das mit weißem Ton vermischt wurde. Darüber hinaus gibt es nichts zu essen bis auf halbgaren Mais und Körner ohne Salz oder Fette. Das schmerzhafte Wechseln des traditionellen Verbands wird drei mal täglich durchgeführt.
Nach den ersten 7 Tagen unter diesen Bedingungen dürfen die Familien der Anwärter die Jungen mit täglichen, fettlosen Malzeiten versorgen. Hierzu zählen ebenfalls Wasser, Tee und Kaffee. Nach drei bis vier Wochen ist die Wunde komplett verheilt und die jungen Männer warden von ihren männlichen Familienangehörigen abegholt. Nach dem Aufnahmeprozess gilt der ehemalige Anwärter als Teil der männlichen Xhosakultur.


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