Urlauber | Vermieter | Über uns | Hilfe
  

Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Müde in Dubai

17. November 2011 : | Geschrieben von

Schon wieder sitze ich in Dubai am Flughafen, innerhalb einer Woche das zweite Mal… Dieses Mal ist es die Rückkehr in mein Gastland, Südafrika.

Eine Woche war ich nun Zuhause in Deutschland. Das Haus ohne meine Oma, meine Familie in Trauer, dieses kalte Sauwetter, alles ätzend und gar nicht toll!
Auf der anderen Seite war es schön, Zuhause zu sein, im Kreis meiner Familie, bei meinem Freund.

Die Trauerfeier für meine Oma war – ich weiß nicht recht, wie man das beschreiben kann – bewegend. Der Heimatort und der Ort, in dem meine Oma ihr ganzes Leben mit meinem Opa und unserer Familie gewohnt hat, liegen sehr nah beieinander. So waren sehr viele Leute aus beiden Orten beim Gottesdienst, um sich von meiner Oma zu verabschieden. Und die Beileidskarten stapeln sich. Auch wenn ich es vorher schon wußte, meine Oma war ein ganz toller Mensch, der von vielen Menschen sehr gemocht und geschätzt wurde!

Baum und Palmen-Gedöns in "meinem" Township

Baum und Palmen-Gedöns in "meinem" Township


Aber bei allem Schmerz und aller Trauer freue ich mich auch auf meine Rückkehr nach Südafrika, PE und zu meinem Team. Bei meinem Flug nach SA vor zwei Monaten flog ich einer ungewissen und mir völlig unbekannten Situation entgegen. Ich war sehr aufgeregt, neugierig und auch nervös. Ich dachte damals darüber nach, ob es mir gefallen wird, ob ich mich einleben kann. Nun weiß ich, was mich erwartet und ich freue mich darauf! Die Menschen um mich herum sind so herzlich und lieb, meine Arbeit macht mir Spaß, das Land ist aufregend und vielseitig… und die Sonne!

Mein kleines kaltes, kahles Deutschland

Mein kleines kaltes, kahles Deutschland

Vor einigen Tagen stand ich für ein paar Minuten vor unserem Hoftor. Ich stand da rum, habe meine Gedanken freien Lauf gelassen. Es war Sonntag und zwei Familien kamen mit Kind und Kegel die Straße entlang gelaufen. Es war Nachmittag, also war es ein gemütlicher Spaziergang nach dem Essen (soweit man hier von gemütlich reden kann bei komplett fehlender Sonne und vielleicht 5°C). Ich sah die Herrschaften und begann damit, jeden zu Grüßen. Dass ich bei meinem Gruß lächelte, ist denen gar nicht aufgefallen, es wurde nämlich schnell an mir vorbeigehetzt und weder Blick noch Wort an mich gerichtet. Kam mir vor wie ein Idiot.

Und dann dachte ich mir, dass ich an einem anderen Ort nun einen Gruß zurück und ein kleines Lächeln bekommen hätte. Aber na gut, wenn schon das Wetter so mies und kalt ist… Ich werde mich hüten, jetzt auch noch über die armen Deutschen zu meckern, die ja soo kalt und verschlossen sind, aber diese zehn Menschen warns.

Vor meiner Abreise damals, hatte ich mir große Gedanken darüber gemacht, ob mein Zuhause noch so sein wird, wenn ich in einem Jahr wiederkomme, ich hatte Angst, dass was mit meinen Großeltern passieren könnte.
Ja, es ist etwas passiert und es für mich persönlich eine Katastrophe. Ihr könnt euch vorstellen, dass das Gefühl schlimm ist, zu erleben, wie eine Angst Realität wird.

In den letzten Tagen haben mein Opa und ich uns viel unterhalten und er hat mir sein Wort gegeben, dass er nun die nächsten zehn Monate auf sich aufpasst und keinen Mist macht. Wir haben kleine Pläne geschmiedet, was wir machen, wenn ich dann wieder richtig Zuhause bin. Aber erstmal hat jeder von uns beiden eine Aufgabe zu erledigen. Ich in SA, und er Zuhause. Bei allem aber hat er die schwerere Aufgabe: Er muss lernen, ohne Oma zu leben. Ohne die Frau, die während der letzten 56 Jahre immer immer immer an seiner Seite war. Es tut mir sehr leid für ihn.

Jeder hat da so seine Präferenzen, wenns ums Schlafen geht.. Ich bevorzuge ebenfalls die Option auf dem Boden!

Jeder hat da so seine Präferenzen, wenns ums Schlafen geht.. Ich bevorzuge ebenfalls die Option auf dem Boden!


Wenn ich jetzt hier so in Dubai rumhocke, geschätzte eine Millionen Menschen um mich herum an diesem Flugahfen gerade, bin ich schon gelangweilt. Der Flughafen ist super-modern, etwas prunkig zwar, aber imerhin gibt es überall Wasserspender. Des Weiteren Gebetsräume, nach Geschlechtern getrennt, die verschiedensten Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants und Bars. Und Raucherräume gibt es, ohjaaa. Raucherraume. Kleine quadratische Räume mit Glaswänden und einer Klimaanlage, die man nur dadurch warnimmt, dass sie laut ist. Es ist so verqualmt, am Besten stellt man sich einfach rein, nimmt ein paar Atemzüge. Man spart sich die Kippe und hat aber trotzdem eine Nikotin-Überdosis. Gaaaanz fürchterlich und wahnsinnig eklig. Ich schätze mal, solche Raucherräume sind immer so. Da lobe ich mir aber den Flughafen in Johannesbrug, an dem man einfach raus gehen kann. Da kann sich der Raucher wenigstens als Mensch fühlen…
Ich werde mir jetzt gleich ein Plätzchen suchen und die weiteren drei Stunden bis zum nächsten Flug schlafen.

Hach, ihr seht, so ganz einig darüber, wie ich mich fühlen soll, bin ich mir noch nicht. Ich kann lachen, aber auch weinen.
Im Moment passieren Dinge, die mein Leben verändern und an die ich immer denken werde. Das ist schon komisch, denn wollte mich weiterentwickeln und alles, aber – WOW – jetzt bleibt mir gar nix anderes übrig!


« »

4 Kommentare zu “Müde in Dubai”

  1. heike schrieb am 24. November 2011 um 23:01 Uhr:

    ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft,wir werden uns bald wieder sehen.Werde deine Berichte weiter verfolgen. viele Grüße Heike und Kids


  2. Sindy schrieb am 18. November 2011 um 18:32 Uhr:

    Hallo Daniela,
    ich bewundere dich dafür, wie du die ganze Situation meisterst. Du bist so viel für deine Familie da gewesen und so viel erledigt. Du hast meinen ganzen Respekt für deine Stärke. Dennoch kannst du immer auch mich zurück greifen, wenn du doch mal Unterstützung brauchst.
    Liebe Grüße


  3. Udo schrieb am 18. November 2011 um 07:00 Uhr:

    Hallo Danni,
    zunächst einmal wollte ich mich bedanken, daß du dich mit Andrea so gut um Opa gekümmert hast. Aber ich denke, du hast die Worte am Flughafen richtig gedeutet. Auch wenn der Anlass nicht schön war, war es toll daß du da warst. Und auch du hast deinen Teil dazu beigetragen, es allen etwas leichter zu machen. Wir haben uns alle „aufgefangen“ und das ist gut so. Nun bist du schon wieder soooo weit weg. Wir werden schon aufpassen, daß Opa keinen Mist baut.
    Du bist eine tolle Frau. Weit vorausschauend, intelligent und einfühlsam. Danke daß es dich gibt.
    Hab eine schöne Zeit in SA. Wenn du zurück bist, wird groß gefeiert. Versprochen.
    VLG aus Hattersheim
    Dein Onkel Udo


  4. angie. mom schrieb am 18. November 2011 um 04:25 Uhr:

    Mit Traenen in den Auge sitze ich hier…weiss nicht was ich Dir sahen soll.
    Ein wirklich guter Bericht. Mitreissend und bewegend.
    Wir lieben Dich
    Mom & Peter


Auf den Kommentar von Udo antworten:





Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.