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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Mlungu! Mlungu! (Weiße!)

2. November 2011 : | Geschrieben von

„Molweni! Igama lam ngu Daniela. Ifani yam ngu Köhler. Ndisuka eJamani.“
Das war isiXhosa. Und heißt:
„Hallo! Mein Name ist Daniela. Mein Nachname ist Köhler. Ich komme aus Deutschland“

Von den Pflichten, die einen schönen sonnigen Samtagvormittag trüben können, hab ich euch ja letzte Woche berichtet. Damit ihr nicht denkt, ich bin hier nur am arbeiten und am Wäsche waschen, berichte ich nun mal von etwas Anderem!
Letztlich waren wir auf einem Konzert. Es war das Konzert der Sängerin Zahara, ein neuer Stern am südafrikanischen Musikhimmel. Ihr Album heißt „Loliwe“, es wurde erst kürzlich – Ende September/ Anfang Oktober – veröffentlicht, aber überall hört man es!
Abgesehen davon, dass sie hier in Eastern Cape momentan der musikalische Überflieger ist, hab ich mir sagen lassen, dass sie auch in den britischen Charts sehr gut ankommt. Vielleicht schwappts ja auch nach Deutschland rüber, würde es euch wünschen, denn sie macht gute Musik.

Ist von der Leinwand runterfotografiert, um sie auf der Bühne zu erwischen... well... bin zu klein...

Ist von der Leinwand runterfotografiert, um sie auf der Bühne zu erwischen... well... bin zu klein...


Der Name Zahara ist ihr Künstlername und bedeutet „blühende Blume“. Ihr richtiger Name ist Bukelwa Mkutukane. Sie ist kommt aus Eastern Cape, ist Xhosa und die meisten ihrer Songs sind auf isiXhosa. Das Album hat zwölf Tracks, fünf davon sind auf Englisch. Ihre vier bekanntesten Songs heißen:
1.Loliwe (Zug)
2.Xa’bendinomama (Wenn ich eine Mutter hätte…)
3.Destiny (ehm.. Schicksal) und
4.Mtwalo (~ Schwierigkeiten)
Bis auf einen Song hat sie alle selbst geschrieben. Sie singt über die Liebe, über das Leben, hat aber auch Politisches mit drinne. So singt sie zum Beispiel in einem Lied über die Politiker, die Nelson Mandela das Leben schwer machten.
Es ist unglaublich, wie schnell und wie intensiv Zaharas Musik hier angekommen ist! Aber ich kann es nachvollziehen, denn sie ist jung, sieht schön aus, ihre Musik ist gut und sie singt auf isiXhosa. Manchmal, wenn ich wir mit den Kindern ins Township zum Center, also zum Homework Club, fahren, macht mein einer Kollege Zaharas Musik auf seinem Handy an und innerhalb von Sekunden singen alle Kinder mit! Zucker!
Da steppt der Bär!

Da steppt der Bär!


Das Konzert fand ich echt super, es war an einem Samstag und fand auf dem Gelände des Boardwalk statt. Dafür, dass sie ein Newcomer ist, waren da echt viele Menschen! Das Vorprogramm war gut und als sie dann endlich auf die Bühne kam, wurde krass gejubelt. Während sie sang, konnte man richtig spüren, wie gut die Leute die Musik fanden: Es wurde mitgesungen und getanzt. Echt klasse!
Irgendwann dann fiel mir auch auf, dass wir die einzigen Weißen waren. Das war nicht schlimm, aber es fiel mir einfach irgendwann auf.

Und das leitet zu einer anderen Sache über, die ich nun mal versuchen will, in Worte zu fassen. Dafür muss ich etwas weiter ausholen..
Als ich noch in Deutschland war, in Frankfurt, Zuhause, und dort draußen unterwegs war, bin ich täglich anderen Menschen begegnet. Fremden Menschen, fremden Deutschen, fremden Nicht-Deutschen. Ist mir ja auch im Prinizip egal, wem ich da begegne. Lerne ich Menschen kennen, ist es wichtig für mich zu wissen, ob ich ihnen vertrauen kann und ob sie gut zu mir sind, mich also gut behandeln. Mich haben bisher keine Nationalitäten abgeschreckt oder angewidert oder sonstiges.

Nun bewege ich mich in Südafrika, wohne im Township, arbeite im Township. Wir werden gegrüßt, die Leute wissen, wohin wir gehören. Wir, die Weißen, arbeiten natürlich für Masifunde und natürlich wohnen wir in der Hani Street. Aber uns Weiße als Individuen zu unterscheiden, gelingt nur denen, die uns kennen gelernt haben. Da gilt eben der Spruch: „Die Weißen sehen alle gleich aus“, so wie wir sagen würden: „Die Schwarzen/die Asiaten sehen alle gleich aus“ Am Anfang war ich echt böse, wenn ich dann wieder mit einer meiner Kolleginen verwechselt wurde, ich gar nicht wußte, worum es gerade geht und voll planlos meinem Gegenüber ins Gesicht blickte, bis dieser dann endlich mal fragte: „Du warst das doch, oder? Du hattest mich das doch gestern gefragt … ODER?“ – „Ehm, nein!“ – „Ach, ihr Weißen seht alle gleich aus!“ Mh, und man selbst versucht so sehr, sich alle Namen zu merken und bedächtig darauf zu achten, die Namen richtig auszusprechen und der richtigen Person zuzuordnen (darin bin ich echt schlecht!)…
Wenn ich hier durchs Township laufe, habe ich mich jedesmal voll gefreut, wenn ich gegrüßt wurde. Huii, sie hat mich gegrüßt, sie hat mich wiedererkannt! Ja, klar! DU bist ja auch weiß! Ich habe jetzt echt ein paar Wochen gebraucht, um wirklich zu verstehen, dass ich weiß bin und die anderen Menschen hier im Township schwarz. Ich selbst gehe nicht raus und achte darauf, wer weiß und wer schwarz ist. Aber die anderen schauen mich an und sehen eine Weiße. Es ist wahrlich ein komisches Gefühl.. jetzt.. da ich mir darüber bewusst geworden bin, dass man mir ansieht, dass ich nicht ins Township gehöre. Ich könnte mich so gammelig wie nur möglich anziehen, ich bleibe weiß. Und weiß sein bedeutet Geld haben.


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4 Kommentare zu “Mlungu! Mlungu! (Weiße!)”

  1. Udo,Sylvie,Til schrieb am 6. November 2011 um 17:54 Uhr:

    wenn ich nach Hause komme versuche ich gleich Deinen Blog zu lesen ,Klasse geschrieben


  2. Daniela schrieb am 4. November 2011 um 10:16 Uhr:

    hach, das wär soo schön, könnte ich diese sprache sprechen und verstehen! ich hab mir das alles erklären lassen und Zahara selbst hat während ihrem konzert manches zu den Liedern gesagt…
    aber vielleicht habe ich bis in einem jahr ein paar sachen gelernt. einfach ist die sprache nicht, klicklaute und schnalzen und so weiter…


  3. Sindy schrieb am 3. November 2011 um 20:04 Uhr:

    Hey,das klingt ja so als ob du selbst schon isiXhosa sprechen kannst. Respekt!


  4. Angie Arnold schrieb am 3. November 2011 um 00:47 Uhr:

    hey…wir waer es denn wenn de mal schwarze schuh creme benutzt??? jaja…war ja bloss nen vorschlag…wiedermal klasse geschrieben…bin echt stolz auf dich… gruesse ausm fernen america…mom & bruder


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