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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Jeder geht seinen Weg

9. November 2011 : | Geschrieben von

Letzten Mittwoch abend saß ich in Walmer Park, einer Shopping Mall bei uns in der näheren Umgebung. Dort gibt es einige Restaurants und Cafés, so auch das „Munchs“. Dort gibt es kostenloses W-Lan, solange man dort sitzt und sich was bestellt. Die Anderen waren ins Kino gegangen – „Friends with benefits“ und „Die 3 Musketiere“ – meine Plan war es, meinen fälligen Blog zu veröffentlichen und ein wenig zu skypen. Alles jut, Blog war veröffentlicht, ich hatte einen netten Schwatz mit meinem Freund in Deutschland. Da ich erst am Montag mit meinen Großeltern telefoniert hatte, fand ich es nicht nötig, auch nochmal bei Ihnen anzurufen. Das sollte ich später bereuen.
Naja, irgendwann war der Film fertig, es war knapp halb elf abends, das Café wolte schließen, also zogen wir alle ab. Richtung Auto.
Parkplatz leer.
?
Wir brauchten einige Minuten, um zu verstehen, dass unser Auto gestohlen worden war.
Auf dem Parklatz von Walmer Park, Walmer, das teuerste Pflaster in PE, auf dem Parkplatz einer Shopping Mall, ein Parkplatz, der zig Parkwächter hat.

Das war hart. Aber schließlich ist es eine Karre, Materielles lässt sich tatsächlich irgendwie ersetzen. Das sollte ich aber erst ein paar Tage später richtig verstehen. Die Hilfsbereitschaft unseres ganzen Teams ist überwältigend und ist uns bisher stets eine Unterstützung.

So war es dann auch am Wochenende möglich, dass wir ein Auto leihweise zur Verfügung hatten, und so am Sonntag an den Strand fahren konnten.
Das Wetter war super, blauer Himmel, zwar windig, aber schön warm und schon fast grell durch die Sonne.
Wir wurden von anderen deutschen Freiwilligen und internationalen Studenten zu einem Braai im Cape Reserve eingeladen. Ein Naturschutzgebiet, das sich am Cap entlangzieht. Dort wohnen auch Pinguine, die konnte ich aber leider bisher noch nicht besuchen, wird aber ganz bestimmt noch kommen.

Felsig und voller Klippen, aber wunderschoen!

Felsig und voller Klippen, aber wunderschoen!


Der Strand und der Braai waren herrlich! Wir waren recht windgeschützt, da wir zwischen den Klippen grillen konnten, man musste nur ein weng klettern und schon stand man im Wasser. Was allerdings nicht die beste Idee an diesem Tag gewesen wäre, da das Meer sehr aufgewühlt und stürmisch war. Die Wellen waren grandios, mächtig und kräftig. Alles war dort schön, die Sonne, wie sie über dem Meer hing, die Haare der anderen Mädels, die von Wind hin-und hergeweht wurden, das Fleisch auf dem Rost, die simple und improvisierte Feuerstelle, das Bier, das ich mir gönnte, und auch der Boden auf dem wir liefen. Es war kein reiner Sandstrand, es war ein Muschelstrand. Große, kleine, bunte, einfarbige, zerbrochene und noch heile Muscheln und zudem weicher Sand waren es, auf denen man lief.

Ich habe an diesem Tag viele Fotos gemacht, habe versucht, auch nur einen Hauch dieser Schönheit auf meinen Fotos festhalten zu können. Meine Oma war bisher noch nicht am Meer gewesen, das möchte ich mit ihr und meinem Opa noch machen, aber erstmal werde ich ihr alle diese Fotos zeigen, sobald ich wieder Zuhause sein werde.

unser Braai

unser Braai

improviesiert, aber hoechst funktionabel! yum yum!

improviesiert, aber hoechst funktionabel! yum yum!


Den ganzen Nachmittag über waren wir dort, abends gingen wir dann noch im Boardwalk in das „News Café“, in dem jeden Sonntag eine live Jazz-Session stattfindet. War auch echt entspannt.
Als ich abends wieder Zuhause war, hatte ich einen schönen Tag gehabt, ich war angenehm müde und bereit, ins Bett zu gehen.

Allerdings telefonierte ich nochmal kurz nach Deutschland und erfuhr, dass ungefähr zu der Zeit, als ich am Strand war das Herz meiner Oma das erste Mal aufgehört hatte, zu schlagen. Sie hatte einen Herzinfarkt. Doch mittlerweile war sie auf der Intensivstation und ihr Zustand war stabil.
Ich habe die folgende Nacht schlecht geschlafen.

Und am nächsten Morgen hörte das Herz meiner Oma für immer auf zu schlagen.

Ich bin hier in Süafrika in meinem Team ungeben von sehr liebevollen Menschen. Alle helfen mir sehr. Ich bin sehr traurig, gleichzeitig weiß ich nun aber auch, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, in das Haus meiner Großeltern zu ziehen, denn so hatte ich die letzten Monate vor meiner Abreise meine Oma und meinen Opa ganz viel für mich.

Während ich hier bin, bin ich zwar traurig, aber richtig verstehen kann ich es nicht. Es ist völlig absurd, so scheint es mir, denn mein Plan sah ganz anders aus! Ich komme in einem Jahr wieder, dann wohne ich wieder in meinen Großeltern zusammen in dem Haus und so wird das die nächsten Jahre sein. Doch nun muss ich alles, was ich mit meiner Oma noch vorhatte, mit ihr verabschieden. Ich werde ihr nicht mehr das Meer zeigen koennen.
Jetzt ändert sich mein Leben, sehr plötzlich, sehr teifgreifend. Aber nicht nur mir geht das so, es ist meine ganze Familie, aber auch Freunde und Bekannte, die trauern und es nicht glauben können.

Ich bin sehr weit weg und kann kaum etwas machen von hier aus.
Am Freitag wird die Trauerfeier und der Gottesdienst stattfinden.
Ich werde mich nun auf den Weg machen, „meiner Oma die letzte Ehre zu erweisen“ (es waren die Worte meines Chefs, der mir seit der Nachricht beigestanden und sich sehr um mich zu kümmern wußte und mich bei allem unterstützt).

Diese Lilien hatte ich am Sonntag vormittag fotografiert...

Diese Lilien hatte ich am Sonntag vormittag fotografiert...


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3 Kommentare zu “Jeder geht seinen Weg”

  1. Moe schrieb am 9. November 2011 um 17:47 Uhr:

    Jeder geht seinen Weg…doch die Erinnerung bleibt.
    Die Erinnerung ist wie ein Fenster, durch das du deine Oma sehen kannst, wann immer du willst.

    Tief berührt möchte ich Dir und deiner Familie mein Mitgefühl ausdrücken.


  2. Sylvie, Udo & Til schrieb am 9. November 2011 um 12:10 Uhr:

    Liebe Daniela, es tut uns sehr leid für deine Oma. Wir wünschen dir ganz viel Kraft.


  3. Sindy schrieb am 9. November 2011 um 10:49 Uhr:

    Es tut mir so leid für dich! Ich bin in Gedanke die ganze Zeit bei dir. Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit!


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