Urlauber | Vermieter | Über uns | Hilfe
  

Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

#Fees Must Fall: Gewalttätige Ausschreitungen, geschlossene Hochschulen, Ausnahmezustände auf dem Campus

29. November 2016 : | Geschrieben von

Es gibt Studenten, die das Studium in Südafrika nicht schaffen. Nicht weil sie faul oder dumm sind, sondern weil sie nicht das Geld haben, sich jeden Tag Essen zu kaufen oder sich die nötigen Materialien zu besorgen. Das Bildungssystem in Südafrika ist auch 22 Jahre nach Ende der Apartheid sehr undurchlässig. Viele Studenten sind verzweifelt, ihre Existenz steht auf dem Spiel.

So formten sich im Oktober 2015 die ersten Protestbewegungen, die die horrenden Studiengebühren anprangerten. Die Fees Must Fall-Bewegung war geboren. Im August dieses Jahres begannen die Studentenproteste nach einer längeren Unterbrechung erneut, nachdem der südafrikanische Minister für Bildung eine Studiengebührenerhöhung für 2017 von bis zu 8% angekündigt hatte, bei welcher jede Universität jedoch selbst entscheiden könne, wie hoch sie tatsächlich ausfallen werde.
Gründe für die Erhöhung der Studiengebühren sind unter anderem die steigenden Kosten für Bibliotheksbücher, Zeitungen und Nachschlagewerke sowie steigende Gehälter für Akademiker und nicht zuletzt als präventive Maßnahme, weil eine höhere Inflation zu erwarten ist.

Die Demonstranten argumentieren, dass sie nicht für die Studiengebühren aufkommen können, die zwischen 3000 und 4000 Euro pro Jahr liegen und allein sich einzuschreiben kostet bereits 650 Euro. Das Einkommen schwarzer Haushalte liegt im Schnitt aber bei 7000 Euro pro Jahr.
Möglicherweise protestieren die Studierenden nur in zweiter Linie für kostenlose Hochschulbildung, die Wut richtet sich wohl teilweise gegen die ungleichen Einkommen im Land, die laut der Weltbank die höchsten weltweit sind.

Eine Reaktion auf die Proteste seitens der Regierung blieb nicht lange aus: Bereits im November 2015 standen den Protestierenden erstmals Polizeikräfte gegenüber. Rauch- und Heulgranaten sollten die Menge auseinandertreiben und hinterließen die ersten Verletzten. Doch auf Gewalt folgte weitere Gewalt und so eskalierte die Lage im Oktober dieses Jahres.

Während die Mehrzahl der Studierenden nicht in die Proteste involviert war und versuchte, für die anstehenden Prüfungen zu lernen, heulten draußen die Sirenen. Demonstrierende kämpften sich durch die Sicherheitskräfte und verbarrikadierten sich in eingenommenen Gebäuden. Die Universitäten wussten sich nicht anders zu helfen, als den Studienverkehr einzustellen, so auch der Campus, an dem normalerweise das learn2swim! Programm von Masifunde stattfinden sollte. Statt Bildung für alle möglich zu machen, erreichten die Proteste bislang genau das Gegenteil: Die Universitäten verriegeln ihre Tore und Südafrika befindet sich im Ausnahmezustand.

Mittlerweile distanzieren sich etliche Studenten von ihren Kommilitonen. Gewalt könne keine Lösung darstellen, ist wiederholt zu hören. Dennoch geht die mutwillige Zerstörung von Hochschuleigentum unvermindert weiter.

Mehr als ein Jahr des Protests hinterlässt seine Spuren: Unzählige Verletzte, bislang über 600 Verhaftungen und mehr als 35 Millionen Euro Schaden. Die Proteste halten bis zum heutigen Tag an und fraglich bleibt, wann die Regierung eingreift. Wann sind genügend Häuser angezündet und Menschen verletzt, um die Dringlichkeit eines neuen Bildungsfinanzplanes zu erkennen?

 


« »

Ein Kommentar hinterlassen:





Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.