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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Eine Woche Wild Coast

30. Mai 2017 : | Geschrieben von

Die 9 Stunden lange Busfahrt bis nach Mthata ging verhältnisweise schnell vorbei, da ich schon an der Haltestelle in Port Elizabeth einen netten jungen Mann aus Deutschland kennengelernt habe, mit dem ich mich die meiste Zeit gut unterhalten konnte. Trotzdem war ich fast die ganze Zeit aufgeregt, da mich an meinem Ziel eine meiner besten Freundinnen erwartet hat, die ich nun schon seit fünf Monaten nicht gesehen hatte und mit der ich an der Wild Coast entlangwandern wollte. Dass wir gemeinsam reisen wollten, stand schon länger fest, da Elena für anderthalb Monate in Südafrika unterwegs ist, dennoch hat sie mir erst eine Woche vor unserem Treffen gefragt, ob ich Zeit habe. Zum Glück für mich haben meine Vorgesetzten auf meinen Urlaubsantrag sehr entspannt reagiert, also hatte ich mir unnötig Sorgen gemacht, ob ich so kurzfristig überhaupt frei bekomme.
In Mthata angekommen brauchte ich dann noch Transport nach Port St. Johns, meinem eigentlichen Ziel, ein kleines Dorf an der Küste, zu welchem jedoch keine Busse fahren und ich hatte natürlich versäumt, beim Backpacker im Voraus ein Shuttle anzufragen. Zum Glück hat mir gleich der Security Guard an der Tankstelle geholfen und mir ein Taxi bis zur Minibus-Haltestelle organisiert, so dass ich schließlich ohne Probleme bis nach Port St. Johns gefunden habe.

Als ich dann endlich im Backpacker auf Eli traf, konnte ich es gar nicht glauben, sie nach einer so langen Zeit endlich wiederzusehen. Wir haben den ganzen Abend geredet und sind dann noch zum Strand gegangen, der nur 5 Minuten entfernt ist. Da ich von dem frühen Aufstehen und der langen Busfahrt jedoch müde war und wir gleich am nächsten Tag unsere Tour starten wollten, sind wir dann doch recht früh ins Bett.

 

Der erste Tag begann erstmal mit einem Berg, den wir erklimmen mussten und Eli und ich waren danach so fertig, dass wir schon glaubten, den Rest der Tour nicht zu schaffen. Durch die schwüle 30°C heiße Luft und das ungewohnt schwere Gepäck war die Wanderung definitiv anstrengender als gedacht. Nach 12 km und 5 Stunden wandern sind wir dann am Nachmittag in Madakeni, unserem Tagesziel, angekommen. Nicht weit von unserer Unterkunft gab es einen Strand, der jedoch zu steinig zum Baden war, doch unser Guide Yongama hat uns einen Felsenpool gezeigt, der recht tief und von den Wellen geschützt war, so dass wir sogar vom Rand ins Wasser springen konnten.
Die Landschaft an der Wild Coast ist wirklich malerisch und ich kann nur jedem empfehlen einen Trip dorthin zu machen, der jemals nach Südafrika kommt. Es gibt immer wieder kleine Buchten eingerahmt von schwarzen Felsen und kilometerlange weiße Sandstrände, die an die Karibik erinnern. Das Wasser ist sehr klar und türkisfarben und die Wellen kreieren weiße Schaumkronen. Abseits der Küste wechseln sich offene grüne Grasflächen mit regenwaldähnlicher Landschaft ab, wo es viele Bananenstauden sowie andere Palmen gibt.

 

Untergebracht waren wir in traditionellen Rundhütten aus Lehm mit Strohdach. Die Einrichtung war sehr spartanisch, meist gab es nur Matratzen auf dem Boden und ab und zu einen Tisch mit Stühlen. Die Dusche und Toilette waren in einer extra Hütte, wobei die Dusche meist aus einem Eimer bestand, der durch einen Seilzug nach oben gezogen wird und einen befestigten Duschkopf besitzt. Dennoch hatten wir immer warmes Wasser, auch wenn es einmal, nachdem es über dem Feuer erhitzt wurde, nach Rauch gestunken hat, was jedoch nach einer langen Wanderung weit besser als der ganze Dreck und Schweiß ist.

Am nächsten Tag hat es die meiste Zeit genieselt oder geregnet, weshalb ich nach einiger Zeit mit nassen Schuhen unterwegs war, ich bin nur froh, dass ich mir dabei keine Blasen gelaufen habe! Leider konnten wir auch mit unserer Freizeit am Nachmittag nicht viel anfangen, weil das Wetter weiterhin ungemütlich war und wir recht durchgefroren waren.

Dahingegen war das Wetter am nächsten Tag fast schon zu gut. Wir sind sehr viel an der Küste entlanggelaufen und hatten auch die Möglichkeit während unserer Mittagspause im Meer baden zu gehen, der Strand war menschenleer wie fast alle Strände der Wild Coast.
Wir haben unterwegs eine Frucht probiert, die recht sauer geschmeckt hat, allerdings war sie auch noch nicht ganz reif, und einen weißen Saft ausscheidet, der wie Kleber an den Lippen hängt. Trotzdem war sie recht lecker. Am Abend kam dann eine Gruppe Kinder in traditioneller Kleidung zu uns, um uns einen einheimischen Tanz aufzuführen, wobei eine Frau auf einer Tonne den Takt getrommelt hat.

Am vierten Tag sind wir von Hluleka nach Tshani gewandert. Wir mussten recht früh aufstehen, um die Fähre über Lwandile River zu bekommen, welcher an einigen Stellen Sumpfgebiete mit Mangroven hat. Auch danach mussten wir uns recht beeilen, weil wir am Nachmittag einen weiteren Fluss zu Fuß durchqueren mussten, was jedoch nur bei Ebbe möglich ist. Die Wanderung bestand aus einem Grasweg mit vielen Hügeln oberhalb der Küste. Letztendlich hat die Ebbe gerade erst eingesetzt als wir am Fluss ankamen, so dass das Wasser schon zu tief ist, bei dem Versuch den Fluss zu passieren sind wir immer wieder tief im Sand eingesunken. Unser Guide war schon fast am Verzweifeln, aber zum Glück konnte er einen Einheimischen überreden uns gegen eine kleine Entschädigung mit dem Kanu überzusetzen.
Diesmal haben wir in einer Art Backpacker übernachtet und es gab zu Elis und meiner Überraschung statt des üblichen Brotes zum Tee Fetkook mit Marmelade bekommen. Fetkook sind sehr ähnlich wie Fasnetküchle, in Fett ausgebackener Hefeteig.

Der letzte Tag bis nach Coffee Bay war für mich persönlich am anstrengendsten, auch wenn es der kürzeste war. Von dem Wasser unterwegs haben Eli und ich Bauchweh und Durchfall bekommen und waren vollkommen erledigt, dazu kamen die Muskelschmerzen von dem Gepäck und den Tagen zuvor. Elis Hüften waren von ihrem Rucksack sogar voller blauer Flecke.
Die meiste Zeit sind wir jedoch auf einer Hochebene mit vielen kleinen Dörfern entlanggelaufen und schließlich kamen wir dann doch sehr erschöpft an unserem Ziel an, dem Coffee Shack Backpacker.

 

 

Wir hatten dann noch zwei Tage in Coffee Bay, das Wetter war zwar nicht ideal, aber wir sind trotzdem baden gegangen, haben uns auf die Felsen am Meer gesetzt und Delfine beobachtet und konnten am Abend ausgehen, wo wir sogar eine Aufführung von Trommlern bekommen haben.

Insgesamt hat uns die Tour echt gut gefallen, die Landschaft ist wunderschön. Auch war es gut einen Guide zu haben, da die Wege nicht ausgeschildert sind und es auch mit den Fähren und Unterkünften recht schwer zu organisieren wäre. Das nächste Mal auf einer Wanderung werde ich jedoch immer darauf achten das Wasser früh genug aufzukochen oder zumindest Kohletabletten mitzunehmen, auf den Durchfall kann ich echt verzichten. Trotzdem war es schön wie es war und ich habe die gemeinsame Zeit mit Eli sehr genossen.


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