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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Ein Tag im Leben von D.K. in PE, SA

19. Oktober 2011 : | Geschrieben von

Wir befinden uns in der dritten Oktoberwoche. In ein paar Tagen nur bin ich einen Monat hier.
Ein Monat, 4 Wochen, 28 Tage.

In dieser Zeit gab es ein paar Wochenenden, an denen ich ausgeschlafen habe, auf Shopping-Tour gegangen bin und auch Wäsche gewaschen habe. Das Wäsche waschen gestaltet sich ohne Waschmaschine ziemlich zeit- und kraftaufwendig, ich gehe davon aus, dass ihr euch das vorstellen könnt!
Aber dazu ein andern Mal.

Der Eingang zu unserem Büro.. das Fenster links ist unser Konferenz-Raum

Der Eingang zu unserem Büro.. das Fenster links ist unser Konferenz-Raum

In diesen 4 Wochen habe ich einen recht guten Einblick in meine Arbeit bekommen. Vielmehr bin ich schon mittendrin. Natürlich wissen alle meine Kollegen, dass ich meine Zeit der Eingewöhnung brauche, doch die Kinderchen und die Pflichten sind da nur bedingt geduldig.

In diesem Sinne:

Ein normaler Arbeitstag beginnt für mich um 6:45 Uhr. Da wir 3 Mädels und ein Mann in der WG sind, und die Hälfte davon gerne morgens duscht, setzt das ein wenig logistisches Denken vorraus. Ich habe für mich entschieden, vor allen anderen aufzustehen. So kann ich in Ruhe die Toilette und das Ankleiden hinter mich bringen, um dann in Ruhe ein Stück Brot zu essen. Meist ist das Brot mit Erdnusscreme-Butter getuned. Auch gerne mit Apfelgelée, den meine Oma dieses Jahr gekocht hat. Bin sehr froh, dass sie mich überredet hat, 2 Gläser mitzunehmen! Nach diesem kleinen Leckerbissen setze ich mich raus in unseren „Garten“ und trinke meinen Tee. Und genieße die Ruhe, denn in dieser Zeit ist drinnen mächtig was los: Duschen, Haare Fönen, Tasche packen, Hin-und Hergelaufe, „Darf ich nochmal kurz ins Bad, bevor du reingehst??!“ und ähnliches. Wenn ich mit meinem Tee fertig bin, hab ich meistens noch um die 20 Minuten Zeit, bevor wir los müssen. In dieser Zeit esse ich dann entweder noch was, ziehe mich nochmal um oder sonstiges. Lacht bitte nicht darüber, dass ich mich eventuell dann nochmal umziehe, kommt vor dem Auslachen erstmal hierher und versucht euch selbst, wetterkonform zu kleiden. PE liegt an der Küste und es windet sehr, das Wetter ändert sich unglaublich schnell…
Gegen 8:15 Uhr verlassen wir das Haus: Alamanlage an, Haustür zu, Gittertür zu und Garagentor runter. Quer durch Township und durch den Suburb ins Büro.

Um 8:30 Uhr ist Arbeitsbeginn. Den Vormittag über bereite ich mich im Grunde auf den Nachmittag vor. Plus Anderes, wie zum Beispiel Meetings mit a. Kollegen, b. Lehrern, c. Schulleitern, d. Eltern oder e. dem International Office der Uni von PE.
Nachmittags ab 13:30 Uhr bin ich im Homework Club, im Xolelanani Youth Center. Es ist im Township und gibt unseren Kindern einen Platz zur Hausaufgaben-Betreuung und zum Nachmittags-Unterricht, wie den „Learn 4 Life!“-Stunden. Von 13:30-14:45 Uhr die 1. und 2. Klasse, von 14:45-16:00 Uhr die 4., 5. und 6. Klasse und von 16-17 Uhr dann die Großen, 7., 8., 9. und 11. Klasse. Sind recht viele Stufen vertreten. Insgesamt sind es 39 Kinder, in der Vorschule sind nochmal 4. Aber die ganz Kleinen werde ich erst im Januar -wenn das neue Schuljahr beginnt- im Homework Club haben, bisher bekomme ich von ihnen noch nichts mit.

das sind ein paar Kinder der ersten Klasse in der Halle des Xolelanani Youth Center, dabei ein deutscher Student und eine meiner Kolleginnen

das sind ein paar Kinder der ersten Klasse in der Halle des Xolelanani Youth Center, dabei ein deutscher Student und eine meiner Kolleginnen


Im Homework Club machen die Kinder ihre Hausaufgaben, wenn sie damit fertig sind und es ist noch Zeit übrig, bekommen sie Arbeitsblätter zur Übung und zur Wiederholung. Gerade Englisch und Mathe sind Problemfächer, daher kann man kaum zu viele Übungsblätter zu diesen Fächern anfertigen… Wenn sie aber gut gearbeitet haben, dürfen sie sich auch gerne ein Spiel aussuchen, das sie in einer Gruppe spielen können. An meiner Seite habe ich zwei südafrikanische Kollegen, eine Lehrerin aus einer Suburb-Grundschule und einige internationale Studenten.

Um 17 Uhr hab ich Feierabend. Wohl verdient..

Für den durchschnittlichen Wochentag-Abend ergeben sich mehrere Möglichkeiten:
Im Grunde lief es bisher immer so, dass wir nach dem Feierabend alle zusammen unterwegs waren, auch wenn wir an unterschiedlichen Orten um 17 Uhr sind. Aber das Auto verbindet uns..

Manchmal gehen wir nochmal im Supermarkt einkaufen, entweder im „Checkers“ oder im „Spar“. Auch im Township kann man einkaufen gehen. Dort gibt es Spaza Shops, sind klein, spartanisch eingerichtet und günstig.

Insgesamt bekommt man hier gutes und leckeres Gemüse und Obst für gute Preise: Avocados – groß und lecker – pro Stück ca. 0,35 €, 1,5 Kg echt delikate Äpfel für knapp 1,50 €. Bananen schmecken hier richtig lecker, Ananas auch sehr!
Kommen wir zu den Teigwaren: Nudeln sind teuer, Brot auch. Würde man auf Maisprodukte umsteigen, also lokale Produkte, wärs sicherlich günstig, aber zum Beispiel 500g Haferflocken kosten um die 1,20 €. Dat is teuer! Bei Nudeln ist es ähnlich: 500g Nudeln um die 0,80 €. Schade ist, dass es die Nudels in nicht so vielen Formen und Varianten gibt – Es gibt Spaghetti und Macaroni. Brot ist dann teuer, wenn man von Schwarzbrot redet, und aber dann auch eher im Vergleich: 500g Weißbrot, also à la American Sandwich ist nicht teuer, um die 0,60 €. Aaaber zum Beipiel 500g Roggenbrot kostet um die 2 €. Mit den deutschen Brotpreisen verglichen also nicht wirklich teuer, aber für den einheimischen Konsum schon.
Und Fleisch gibt es! Ohjaaa! Ein klassischer Fleischeinkauf in einem Supermarkt bedeutet, sich viel bewegen zu müssen, denn jedes Fleisch hat sein eigenes Kühlregal: Eins für Huhn, eins für Schwein, eins für Rindfleisch, ein für Lamm. Große Kühlregale! Und die Variationen sind beinahe unendlich! Kebab-Spieße, Steaks, Hack, Würstle, Innerrein, mariniert oder blank, unterschiedliche Größen und Gewicht etc.pp.
Und Bilton gibt es – getrocknetes Fleisch. In allen möglichen Ausführungen und Geschmacksrichtungen. Ein Gaumenschmaus. Und die Leberwurst lässt sich auch keinesfalls lumpen!

Zwar wurde ich vorgewarnt, dass man hier keine vernünftige Schokolade und Tee bekommt, aber bisher kann ich mich nicht beschweren. Gerade Tee! Da kommt mir der einheimische, und nur hier in Südafrika gedeihende Roisbos-Tee voll entgegen. Den mochte ich nämlich in schon immer gerne, hehe! Und mit der Schokolade hat es was ganz tolles auf sich: Eine 180 g Tafel für ca. 1,50 €. Nicht günstig, aber mit Cashew und Mandel und Kokos und und und. Schon lecker und leider schnell leer..
Wenn ich schon grade bei einem Milchprodukt bin, kann ich auch gleich berichten, was mir an diesem Land seeehr gut gefällt. Man findet ohne Probleme überall Soya- und aber auch laktosefreie Milch. Und diese besticht mit ihrem zarten 1-Liter-Preis von 1 € auf jeden Fall. Auch habe ich meine Freude mit laktosefreiem Gouda und Chedar.

Getränke-technisch geht hier auch einiges: Es gibt alle Coca-Cola-Produkte, auch mein heißgeliebtes Mountain Dew. Die Kenner werden sich freuen, zu hören, dass es hier auch Vitamin Water in allen Geschmacksrichtungen gibt.. Weiterhin gibt es eine unglaubliche Auswahl an Säften. Aufpassen muss man bei der Wahl eines Saftes nur, weil es zum Großen Teil keine 1-Frucht-Säfte sind. Selbst im O-Saft ist Apfelsaft mit drinne. Aber es schmeckt gut, und das ist ja schonmal ein Anfang..

So, genug zum Thema Einkaufen.
Vorerst. ^^

Was wir bisher noch nicht so häufig abends gemacht haben, war draußen zumzufliegen. Das liegt wohl daran, dass wir erst seit ein paar Tagen ein Auto haben.

Es gibt hier einen deutschen Club, und der nennt sich auch genau so: Deutscher Klub. Gardinen in schwarz-rot-gold, deutscher Fuball, Nürnberger Würstchen mit Sauerkraut, deutsches Bier etc. Ich weiß hab für mich noch nicht entschieden, ob ich da jemals auch nur einen Fuß reinsetzen werde, die männlichen deutschen Praktikanten haben hier aber schon das eine und auch das andere Fußball-Spiel geschaut. Letzte Woche war dort wohl ein riesen riesen riiiesen Zelt aufgebaut, in dem das Oktoberfest statt fand. Ich stand am Eingang – 70 Rand eintritt – „no thanks“ und „tschühüüß“. Bin nicht traurig drum, heißt es doch auch, dass man dort schnell einem Rechtsgesinnten über den Weg laufen kann… Sind wohl nach dem 2. Weltkrieg „einige Anhänger des 3. Reiches“ nach hier ausgewandert und deren Kinder…und Enkelkinder… naja. In einem Land, in dem so lange die Apartheid herrschte, kann man wohl mit dieser Art von Ideologie ganz gut rumkommen..Rassismus ist hier kein Geheimnis.

unsere Küche

unsere Küche

Aber wie auch immer es abends läuft, zumindest für eine Stunde hängen wir alle in der Küche rum, machen uns was zu essen und schnacken. Über den Tag, über Reisepläne, über Zuhause, über Dinge, die wir erledigen müssen. Oder über Kakerlaken, Spinnen etc, die wir gerade gefangen hatten: wie ecklig genau die jetzt nochmal waren, Vermutungen, wo sie gewohnt hatten, wie tapfer wir waren, dass wir noch leben, das Vieh aber nicht mehr. Wichtige Dinge also! („wir“ bin vielleicht auch nur ich in diesem Fall..)

Und dann schon bald, gegen 20:30 / 21 Uhr zieht jeder so langsam in sein Zimmer ab. Der Tag endet hier früh, es ist ab 19 Uhr dunkel und wir stehen ja auch recht früh auf. In jedem Zimmerchen läuft ähnliches ab: Buch lesen, Tagebuch (oder Blog^^) schreiben oder Film gucken.

Und am nächsten Morgen klingelt mein Wecker wieder um 6:45 Uhr und ich bin die erste, die wach ist. Und als aller erstes mache ich die Haustür auf und schaue mir das Wetter an…


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3 Kommentare zu “Ein Tag im Leben von D.K. in PE, SA”

  1. Die Kenner schrieb am 26. Oktober 2011 um 09:29 Uhr:

    Die Kenner lesen deinen Blog gar nicht…. ;-P LG


  2. Udo,Sylvie,Til schrieb am 22. Oktober 2011 um 19:22 Uhr:

    Bin endlich zum lesen gekommen ,bin nur noch unterwegs, Du schreibst super alles sehr interessant ,wir hoffen es geht weiter so gut für Dich


  3. Angie Arnold schrieb am 21. Oktober 2011 um 22:50 Uhr:

    Und wie iss das Wetter???…heiss??? wir koennen foermlich sehen wie Du dort lebst…weiter so kiddo…mom & Peter


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