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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

Annes erster Tag im Walmer Township

26. August 2016 : | Geschrieben von

Die Wolken hängen tief über PE, es regnet und kalt ist es auch. Die Straßen im Walmer Township sind mit Pfützen und Schlaglöchern übersät… Mfana (unser Masifunde-Fahrer) versucht, so gut es eben geht, diesen auszuweichen. Dennoch ruckeln und zuckeln wir nur so durch die engen Straßen.

Eigentlich sollte die Tour durchs Township zu Fuß stattfinden, aber das Wetter spielt nicht mit… Also sitzen wir im Minibus und versuchen zwischen den Motorgeräuschen, dem Hundegebell und den Begrüßungszurufen, die allesamt Mfana gelten, mitzubekommen, was Andile und Twister (unsere Guides) uns über ihr Township erzählen.

Walmer ist aufgeteilt in fünf verschiedene „Viertel“, erklärt uns Andile. Das Airport Valley ist der ärmste Teil – hier gibt es absolut keine Infrastruktur, das heißt kein fließendes Wasser, keine geteerten Straßen, kein Abwassersystem und keinen Strom. Im Moskau-Viertel ist es am härtesten und die Arbeitslosigkeit am höchsten. Dann gibt es noch das Ein-Raum-Haus-Viertel und zwei weitere Viertel – von denen ich mir die Namen nicht merken konnte. Eines davon wird immer als Vorzeigeviertel benutzt, wenn sich beizeiten Politikprominenz ins Township verirrt.

Was alle Viertel gemein haben sind die streunenden Hunde, die Ziegen und der Müll. Die großen roten Coca-Cola-Werbeschilder verweisen auf die „Supermärkte“ und um die Township-Bars – die „Tavernen“ – ausfindig zu machen, sollte man sich eher auf sein Gehör, als auf seine Augen verlassen, so Twister.

Mittlerweile sind wir aus dem Bus ausgestiegen und stehen auf einem Hügel mit Blick übers Township – Sozialromantik ist der passende Begriff für diesen Moment. Vor uns erstreckt sich Wellblechhütte an Wellblechhütte, wir hören Musik zu uns hinauf schallen, vereinzelt laufen Menschen durch die Straßen und jeder von uns ist ein klein bisschen überfordert mit der Gesamtsituation. Wird einem doch mit voller Wucht klar, wie gut es uns geht und, dass wir unseren Lebensstandard des Öfteren mal wertschätzen sollten.

Zurück im Bus erzählt uns Mfana von seiner Zeit als Freedom-Fighter, wie er für den Erhalt des Townships in der Innenstadt von PE und für die Rechte der Schwarzen gekämpft hat. Wenn er so redet, merkt man, wie viel Unmut noch immer in ihm steckt – Unmut über die Regierung, die Weißen und die Armee. Heute, so sagt er, will er nicht mehr kämpfen, er möchte lieber die Kinder zur Schule fahren und so seinen Teil zu mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit leisten.tumblr_nv15sooBlh1uxca32o1_1280

Mit gemischten Gefühlen steigen wir aus dem Bus aus und beenden unseren „Ausflug“ ins Township.

 

(Auf dem Foto zu sehen sind: Tourguides Andile und Twister sowie die Volunteers Jannis, Tsitsi, Anna und Max. Fotograf: Anne)


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