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Port Elizabeth

Geografische Lage
Kontinent:Afrika
Staat:Südafrika
Provinz:Ostkap
Distrikt:Nelson Mandela Bay
Daten & Fakten
Höhenlage:0-60 m ü. NN
Fläche:1845 km²
Küste:16 km
Einwohnerzahl:1244900
Gründungsjahr:1820
Flughafen:Port Elizabeth Airport

2012 !!!

9. Januar 2012 : | Geschrieben von

Frohes neues Jahr!!!

Es ist mal wieder Zeit für einen Eintrag… Die letzten 9 Tage hatte ich keinen Zugang zu Internet, teilweise noch nicht mal zu Strom und fließendem Wasser. Aber ich muss sagen, die Zeit war genial!

Hoch oben in den Bergen ...  war unsere erste Unterkunft

Hoch oben in den Bergen ... war unsere erste Unterkunft


Wie ich angekündigt hatte, haben die Mädels und ich einen kleinen Urlaub gemacht. In diesem drehte es sich maßgeblich um eine Wanderung, die uns in vier Tagen von Port St. Johns nach Coffee Bay brachte. Um die 62 km legten wir mit unseren Wanderrucksäcken zurück. Ja, es hat Spaß gemacht. Ja, es war anstrengend. Und jaaa, wir haben wunderschöne Natur gesehen!
Durch die Wanderung kamen wir an Orten vorbei, die man nicht zu Gesicht bekommt, bewegt man sich mit dem Auto voran.
Den Tag über wanderten wir bis wir am Nachmittag zu unserer Unterkunft für die Nacht gelangten. Es waren Xhosa-Familien bei denen wir übernachteten, in den traditionellen Rundhütten. Rund sind diese daher, weil man früher daran glaubte, dass sich in den Ecken der Teufel versteckt, der dafür sorgt, dass Kinder und das Vieh verschwinden. Also: keine Ecken – kein Teufel.

Rundhütte von Innen, simpel ABER komfortabel!

Rundhütte von Innen, simpel ABER komfortabel!


Hier seht ihr diesen speziellen Schlamm in meinem Gesicht, den wir zum Schutz gegen die Sonne tagsüber trugen, der gleichzeitig auch die Haut wunderbar klärte. Traditionelles Mittel...

Hier seht ihr diesen speziellen Schlamm in meinem Gesicht, den wir zum Schutz gegen die SOnne tagsüber trugen, der gleichzeitig auch die Haut wunderbar klärte. Traditionelles Mittel...


Wir bekamen leckeres Essen, so traditionell, wie man eben auf dem Land isst und hatten auch stets eine Möglichkeit, uns zu waschen. Nur war das keine Dusche, in dem Sinne, wie wir es gewohnt sind. Große Eimer, aufgefüllt mit Regenwasser standen uns zur Verfügung. Ungewohnt, aber es erfüllte komplett seinen Zweck: Wir waren gereinigt vom Staub, Sand, Schweiß, Sonnencreme und der Spezial- Matsch-Paste als Sonnenschutz fürs Gesicht und erfrischt. Herrlich! Dann einen Kaffee und Abendessen. Das Abendessen war keines, das aus Supermarkt-Zutaten gekocht worden war. Diese Familien leben hauptsächlich vom Eigenanbau, so dass der Mais und Kartoffeln vor der Zubereitung aus dem Garten und von Feld geholt wurden und das Hühnchen mal ein Kollege von jenen Hühnern war, die wir rumlaufen sahen.
Zum Einschlafen erzählte uns Albert, unser Guide, Geschichen und gab uns Rätsel auf. Albert betreute uns sehr gut und sorgte dafür, dass wir uns wohlfühlten. Auch wenn die Wanderung tagsüber durchaus anstrengend war und mir persöhnlich – so als unsportliche und unfitte Person – einiges an Energie abverlangte, habe ich den Trip genossen. Schmerzen in den Beinen, im Rücken vom Rucksack, in den Füßen – alles vergessen und wieder gut.
Letzter Tag - Regen - aber die Paste hält immernoch im Gesicht!

Letzter Tag - Regen - aber die Paste hält immernoch im Gesicht!


Wenn wir abends komplett erledigt auf unseren Betten lagen und den Tag Revue passieren ließen, lachten wir uns kaputt über Einiges, was wir so erlebt hatten: Wir verbrannten uns die Fußsohlen am heißen Sand am Strand oder wir waren vor die Aufgabe gestellt, bei strömendem Regen einen Fluss zu durchschwimmen. Wären wir früher an diesem Fluß angekommen, hätten wir Ebbe erwischt und das Wasser hätte bis zum Knie gereicht. Aber so stand’s mir bis zu Hals, wortwörtlich. Ich habe einige Minuten gebraucht, um zu verstehen, dass das Wasser nun tief ist, dass da kein Boot kommen wird, dass ich keine andere Wahl habe. Nach einem Augenblick kompletter Fassungslosigkeit legte ich also den Rucksack ab, zog meine Regenjacke und meine Klamotten bei strömendem Regen bis auf meinen Bikini aus und machte mich daran, diese Aufgabe zu lösen: An die andere Flussseite zu kommen. Ging schnell und das Wasser war angenehm, doch hatte ich Angst, mich könne im Prinzip nun auch ein Hai in den Hintern beißen, da der Fluß mit dem Meer verbunden ist (daher auch Ebbe und Flut, wa). Aber nix dergleichen passierte, Albert trug meinen Rucksack auf dem Kopf sicher ans andere Ufer, immerhin war ich ja damit beschäftigt, meine Regenjacke und meine Schuhe trocken rüber zu bekommen. Joa, und dann wieder Regenjacke an, Schuhe auch und weiter gings noch eine Weile am Strand entlang, aber dann für den Rest des Tages Berg auf und runter, bis wir schließlich unser Ziel erreichten.
Dies ist nur eines von unzähligen kleinen – für mich – Abenteuer, an die ich mich nun mein Leben lang erinnern kann und mich sicherlich noch in dreißig Jahren darüber kaputt lachen werde, wenn ich nur daran zurückdenke und mir vorstelle, wie mein Gesichtsausdruck ausgesehen haben muss: „Echt jetzt?!?!?! Da! Rüber! ??? Aber es regnet doch!“
Hehe, zu gut!

Ich kann nur empfehlen, einmal im Leben nach Südafrika zu kommen und dann auch diesen Trip zu machen! Fernab des Massentourismus bekommt man auf diese Weise die Möglichkeit, Südafrika in seiner authentischen Art kennenzulernen.

Auf kleinen Pfaden mitten durchs (N)Irgendwo gelangten wir nach vier Tagen nach Coffee Bay

Auf kleinen Pfaden mitten durchs (N)Irgendwo gelangten wir nach vier Tagen nach Coffee Bay


Wir wanderten über Stock und Stein, bergauf und bergab, durch den Busch, durch Wälder, am Strand, auf Straßen, durch Flüsse. Das Wetter machte gut mit, wir hatten Glück, dass die Sonne nicht nur brannte, es war auch schön wolkig, so dass wir keinen Sonnenbrand bekamen. Doch am letzten Tag leider fíng es an zu regnen… hui hui uiui. Wir waren nass. Nass nass nass, aber irgendwann hatten wir es ja geschafft. Und der Kaffee, den ich nass und erschöpft trank, war der Beste, den ich jemals hatte!

Geschafft! Glücklich abends in einer Bar namens "Jah Drums" in Coffee Bay

Geschafft! Glücklich abends in einer Bar namens "Jah Drums" in Coffee Bay


Die zwei anschließenden Übernachtungen im Backpackers namens „Coffee Shack“ in Coffee Bay waren entspannend. Das Meer direkt vor der Tür in einem gemütlich und gepflegten Hostels – gut wars! Klasse Frühstück, ein kühles „Castle“ (Bier) und eine richtige Dusche und Waschbecken und Wasserklosett. Holla, die Waldfee – Wasserklosett! Vier Tage ohne.. Geht! Überlebt man auf jeden Fall, Plumpsklo und solche Toiletten, die eine ganz normal anmutenden Toilettenschüssel haben, aber eben ohne Spülkasten funktionieren. Wie das? Man nimmt einen Becher voll Wasser auf der Tonne, die neben der Toilette steht und schüttet so viel Wasser rein, bis das Gewicht den Deckel öffnet, und das „Geschäft“ in der Grube verschwindet. Ganz saubere Sache an sich und für die Nase und fürs Ambiente schon was anderes als ein Pumpsklo.

Jetzt zurück in PE, Zuhause im Township kommt mir unser Bad und unsere Küche schon recht luxuriös vor… Andererseits jedoch ist es auch so, dass das Leben auf dem Land auch nicht so übel ist. Im Township und auf dem Land kämpfen die Menschen durch die Armut um ihren Lebensunterhalt. Aber der Kampf gestaltet sich unterschiedlich. Auf dem Land kann man Obst und Gemüse anbauen, sofern man Wasser hat, dieses wachsen lassen und dann ernten. In der Stadt hat man eventuell eine größere Chance, an einen Job zu kommen.
Ich erinnere mich an meine Magisterarbeit, die dem Thema „Armut in afrikanischen Großstädten“ gewidmet war. Zu diesem Tehma hatte ich unzählige Bücher gelesen und über ein Thema geschrieben, mit dem ich mich theoretisch beschäftigt hatte, aber bis dato in keiner afrikanischen Großstadt gewesen war. Nun, langsame erlebe und sehe ich das, worüber ich geschrieben habe!

Und nun muss ich wirklich mal sagen: Ich habe das Walmer Township mit all seinem Lärm, der immerwährenden Musik von der Taverne um die Ecke und einfach Allem vermisst! Es ist schön, wieder da zu sein 🙂

Cheers!


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4 Kommentare zu “2012 !!!”

  1. Daniela schrieb am 10. Januar 2012 um 12:10 Uhr:

    oohhh, lieber onkel, zum thema fluchen müsstest du nur mal meine mitreisenden fragen… vielleicht habe ich keine schimpfwörter benutzt, aber sowas wie „k.ck berg“ und „kein bock mehr“ kam da schon ab und an aus meinem mund, hehe. aber wie gesagt, sehr viel gelacht, sehr viel spaß gehabt! mit etwas mehr fitness hätte ich nicht motzen müssen!


  2. heike schrieb am 9. Januar 2012 um 22:43 Uhr:

    Hallo Daniela ,ich lese immer gerne deine Berichte und beneide dich für so viel Glück dabei sein zu können und Erfahrung zu sammeln die du für dein Leben mit nimmst und nie vergessen wirst.. Viele Liebe Grüße Heike


  3. Sindy schrieb am 9. Januar 2012 um 19:13 Uhr:

    Hey, du hast meinen größten Respekt für diesen Trip. Klingt wirklich spannend und tierisch anstrengend 🙂


  4. Udo schrieb am 9. Januar 2012 um 17:35 Uhr:

    Hallo Dani,
    wie immer, habe ich sehr aufmerksam gelesen und mir fiel auf, daß du kein Wort geflucht hast. Also war das sicherlich, so wie du beschreibst, eine tolle Erfahrung. Ich schrieb ja bereits, daß eure erste Übernachtung ziemlich hoch über dem Meer sein wird. Und ich dachte, daß dort kaum bis nichts an Zivilen Errungenschaften wäre. Als ich aber dein erstes Foto von dort sah, habe ich mich gefreut, daß dort eine Satellitenschüssel aufgestellt ist. Auch für die Beschreibung der Toiletten und deren Anwendung! *Kaputtlach* Mal wieder ein dickes Lob an dich, für diesen tollen Erfahrungsbericht. Danke schön dafür. VLG und ein dickes Bussi nach PE schick.
    Dein Onkelchen Udo


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